Vom Busfahren in England hab ich ja schon berichtet. Egal ob mit dem Doppeldecker durch die City oder mit dem Reisebus einmal quer durch England Manchester – London oder zurück. Abenteuerlich und nicht wirklich zuverlässig oder komfortabel. Irland hatten wir ja bisher eigentlich als europäischer und entwickelter als England erlebt. Also haben wir uns über das Busfahren eigentlich nicht so große Gedanken gemacht. Wir haben Tickets für die nationale Busfirma von Dublin nach Cork, also ca. 250km von der größten zur zweitgrößten Stadt der Insel gekauft und uns einen Bus rausgesucht. Als die Dame am Schalter sagte, dass die Tickets nicht für eine bestimmte Fahrt, sondern nur für einen Tag seien haben wir uns schon ein wenig gewundert. Wie wollten die Iren sichergehen dass alle Leute in den Bus passen? Aber gut… Es hieß ja auch, wenn viel los sei würden sie einen zweiten Bus schicken. Wir also freitags aus dem Hostel ausgecheckt und mit reichlich Zeit-Puffer zum Busbahnhof. Wir waren früh da und es warteten erst 3-4 Leute für Cork. Eine halbe Stunde später ging die Schlange durch die ganze Wartehalle des Busbahnhofs… Aber wir standen ja vorne… Wir bei unserer ersten Busfahrt hatte der Bus kein Klo. Aber diesmal sollte Fahrt nicht eine Stunde dauern, sondern fünf! Nun gut. Es haben tatsächlich alle Leute in den Bus gepasst. Aber dann war er auch voll. Eigentlich hält der Bus noch an tausend Bushütten in Dublin um weitere Leute einzusammeln. Die hatten an dem Tag Pech. Ein weiterer Bus wurde auch nicht losgeschickt. Los ging die Odyssee. Schon aufgefallen? Die zurückzulegende Strecke betrug 250km und veranschlagt waren fünf (5!) Stunden. Naja, der Megabus braucht ja für die 280km von Manchester nach London auch 4,5 Stunden. Aber davon cruist er eine durch Mega-City und Mega-Verkehrschaos London… (Wobei, ich schreib grad eine Hausarbeit über Transport, Verkehr und vor allem Staus in Lagos, alles was wir in Europa bisher erlebt haben ist voll zivil…) Der Bus hielt also nicht an jedem Bushäuschen in Dublin das wir passierten. Aber an jedem weiteren der Strecke. Eine durchgängige Autobahn von Dublin nach Cork gibt es nicht. Wieso auch? Und selbst wenn es sie gäbe, der Bus würde sie nicht nutzen. Wir haben Autobahnstücke gesehen, Und überquert. Der Bus fährt im Zickzack von Dorf zu Dorf und Kaff zu Kaff. Nimmt jeden Kreisverkehr mit und jeden Stau an der einzigen Ampel eines jeden Nests. Er hält an jeder Tanke und jedem Pub und wieder jemanden im Nichts abzusetzen oder eine Oma aufzusammeln. Nach 6 Stunden, die mir wie mindestens 12 vorkamen, kamen wir in Cork an. Endlich! Cork ist klein. Und hat wie Dublin einen Fluss und viele Brücken in der Mitte. Aber Cork ist hügelig. Meiner Meinung nach: Das Wuppertal Irlands! Fluss in der Mitte und treppenartigen Altbauten drumherum. Aber keine Schwebebahn. Nur Busse. Dafür aber einen Primark. Und wahrscheinlich genauso viele hässliche Asi-Kids wie Wuppertal. Das Hostel hieß diesmal Sheila’s und soll die beste Adresse am Ort sein. 12€ p.P.p.N. im Vierbettzimmer (ohne Frühstück). Da kann man auch nicht meckern. Allerdings war das Zimmer SEHR klein. Zu viert mit Gepäck 6-7m² sind echt beengt. Aber es ging. Mal wieder den ein oder anderen lustigen Backpacker kennengelernt. Und viele Deutsche gehört und gesehen. Unglaublich wie viele Deutsche es in Irland gibt. Junge Leute. In Cork noch mehr als in Dublin. Du biegst im Tesco um’s Regal und das erste was du aufschnappst sind deutsche Wortfetzen. Überall. Voll krass. Ich tendiere dann immer dazu meinen Mund zu halten… Auch im Hostel. Manche von denen waren aber auch selten dämlich. Nichtmal in der Lage einen Gas-Brenner anzuzünden. Die Küche war aber mal echt krass. Riesenlange Arbeitsplatte mit ganz vielen Gas-Brennern. Hatte etwas Chemie-Raum-Flair. Aber funktional. Und dafür, dass es einen halben Tag kein Wasser gab, wegen eines Wasserrohrbruchs in der City, konnte das Hostel ja auch nichts. Naja, Cork ist auf jeden Fall ein ziemliches Kaff und man kann nicht so unglaublich viel machen. Dafür ist es aber echt viel stressiger als Dublin. Das war schon komisch. Auch von hier haben wir dann noch einen kleine Tagestour gestartet. Diesmal ging’s nach Kilarney. Da sollte es so unglaublich schön sein. Ein Kaff mal wieder, diesmal zur Abwechslung an der Küste. Sehr sehr touristisch. Aber an einem Tag der wettermäßig alles zu bieten hatte (Sonne, Wolken, Sturm, Regen, Hagel…) sind wir weit gelaufen bis zu einer weiteren Ruine und netter Küste halt am anderen Ende der Insel und des Dürfchens. Auf dem Rückweg durften wir dann wieder das irische Bus-System genießen: Wir waren die letzten die in den Bus gekommen sind. Dann war er voll und der Rest der Schlange durfte zwei Stunden auf den nächsten warten…
Naja, und dann hieß es wieder packen, spät ins Bett, schlecht schlafen, früh aufstehen, zum Flughafen, einchecken… Und Flug zu spät. Nicht wie erst angekündigt eine Stunde, sondern leider zwei. Und wir hingen quasi ohne Essen am Flughafen an dem es hinterm Check-In auch weder was Vernünftiges noch was Bezahlbares gab. Oh man ging’s mir dreckig und war ich quengelig. Nach ryanair in meiner persönlichen Liste der ätzendsten Billigfluglinien: aer lingus! Finally sind wir in Manchester angekommen und haben es sogar noch vor Landenschluss geschafft uns was zu futtern zu kaufen und sind dann recht schnell tot ins Bett gefallen.
Das war vor 2 Wochen…
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